Viele Unternehmer bezahlen ihre Website einmal und halten das Thema danach für erledigt. Webdesigner und Agenturen wissen, dass das nicht stimmt: WordPress, Theme und Plugins bekommen laufend Updates, Rechtstexte ändern sich, und irgendwann soll auf der Seite etwas anders aussehen. Zwischen diesen beiden Sichtweisen steht der WordPress Wartungsvertrag. Dort fehlt Kunden oft die Grundlage, um Angebote zu vergleichen.
Meine These: Der Monatspreis eines WordPress Wartungsvertrags sagt wenig darüber, ob er sein Geld wert ist. Was zählt, steht in den Regeln für den Schadensfall: wie schnell jemand reagiert, ob sich ein Backup zurückspielen lässt und wer haftet, wenn Daten verloren gehen. Die sinnvolle Vergleichsgröße ist deshalb, was ein Ausfall deiner Website kostet.
In diesem Artikel zeige ich dir, welche Preise am Markt üblich sind, was den Unterschied zwischen einem Basispaket und einer Betreuung für 150 Euro im Monat ausmacht, welche rechtlichen Risiken eine nicht gepflegte Website hat, welche acht Punkte in einen Wartungsvertrag gehören und wann eine Website auch ohne Vertrag auskommt.
Zusammenfassung
- Am Markt reichen die Preise für WordPress-Wartung von unter 20 Euro bis 250 Euro und mehr im Monat. Günstige Pakete automatisieren Updates, Backups und Monitoring, teurere bezahlen vor allem Arbeitszeit für Tests, schnelle Reaktion und Anpassungen.
- Rund die Hälfte der Sicherheitslücken mit hoher Auswirkung wurde laut Patchstack innerhalb von 24 Stunden ausgenutzt. Ein monatlicher Update-Termin lässt eine bekannte Lücke im ungünstigen Fall wochenlang offen.
- Neben Ausfällen können veraltete Websites rechtlich Geld kosten: Abmahnungen wegen überholter Rechtstexte, Schadensersatz wegen ohne Einwilligung eingebundener Dienste und Bußgelder wegen veralteter Software.
- Ein guter Vertrag trennt Reaktionszeit und Behebungszeit, regelt Backups mit Wiederherstellungstest, klärt Lizenzen, Haftung und Zugänge und enthält einen Auftragsverarbeitungsvertrag.
- Ohne Wartungsvertrag kommt eine Website nur aus, wenn sie sich weitgehend selbst aktuell hält, wenig Technik enthält und jemand intern die Pflege übernimmt.
Inhaltsverzeichnis
- Warum viele Websites ohne Wartungsvertrag starten
- Was ein WordPress Wartungsvertrag kostet
- Die Gegenrechnung: Wartung gegen Ausfall
- Was in einem WordPress Wartungsvertrag stehen muss
- Wann eine Website ohne WordPress Wartungsvertrag auskommt
- Ein anderes Modell: Erstellung und Wartung in einem Vertrag
- Was du selbst prüfen kannst
- Häufige Fragen zum WordPress Wartungsvertrag
- Fazit
Warum viele Websites ohne Wartungsvertrag starten
Der Preis der Erstellung steht im Angebot, die Folgekosten stehen dort selten. Beim Kunden kommt deshalb vor allem eine Zahl an: der einmalige Betrag für die neue Website. In meiner Beobachtung liegt er bei einer kleinen Unternehmensseite oft im hohen vierstelligen Bereich, bei einem Shop im niedrigen bis mittleren fünfstelligen.
Webdesigner und Agenturen haben die laufende Pflege dagegen auf dem Schirm, und nach meiner Einschätzung weisen die meisten auch darauf hin. Wenn der Kunde sich trotzdem für die Einmalzahlung entscheidet, wird der Auftrag eben ohne Wartung angenommen. Das ist aus Sicht beider Seiten nachvollziehbar, hat aber eine Folge: Wer nur für die Erstellung bezahlt wird, baut die Website so, dass keine laufenden Kosten entstehen. Sonst müsste er sie selbst tragen oder nachträglich in Rechnung stellen.
Ein Fall aus der Praxis: Premium-Theme ohne Lizenz
Vor Kurzem habe ich eine Website übernommen, bei der genau das passiert war. Der Webdesigner hatte ein kostenpflichtiges Premium-Theme gekauft, dazu einige kostenlose Plugins installiert und nach der Einrichtung den Lizenzschlüssel wieder aus dem Theme entfernt. Ohne gültige Lizenz bekam das Theme keine Updates mehr. Als ich die Seite übernahm, lag es mehrere Hauptversionen zurück und ließ sich in diesem Zustand nicht mehr aktualisieren.
Der Kunde hatte einmalig einige tausend Euro bezahlt und besaß nun eine Website, deren Theme auf dem Stand des Starttages stehen geblieben war. Einen Fehler im engeren Sinn hat dabei niemand gemacht. Die Lizenz war eine laufende Kostenposition, und ohne Wartungsvertrag gab es niemanden, der sie tragen sollte.
Ich versuche deshalb, solche Abhängigkeiten von vornherein klein zu halten: Was sinnvoll selbst zu bauen ist, baue ich selbst. Wo ein kostenpflichtiges Plugin die bessere Lösung ist, sind die Lizenzkosten in meinen Gebühren enthalten. Wer die Rechnungen der Hersteller lieber direkt bezahlt, kann das genauso tun. Vorher muss nur feststehen, wer sie bezahlt.
Was ein WordPress Wartungsvertrag kostet
Die Preise am Markt liegen weit auseinander, von unter 20 Euro bis 250 Euro und mehr im Monat. Grob lassen sich drei Stufen unterscheiden. Die Spannen habe ich aus öffentlich einsehbaren Preisangaben mehrerer Wartungsanbieter zusammengestellt. Die Werte für die oberste Stufe nennt der Hoster Raidboxes in seinem Ratgeber zum Wartungsvertrag.
| Paketart | Preis pro Monat | Was typischerweise enthalten ist |
|---|---|---|
| Basispaket | unter 20 bis rund 40 Euro | Updates, Backups und Monitoring, oft ein Malware-Scanner, weitgehend automatisiert |
| Erweitertes Paket | um 80 Euro | häufigere Updates, tägliche externe Backups, ein kleines Zeitkontingent für Änderungen |
| Betreuung mit Testumgebung | 80 bis 150 Euro für kleine Unternehmensseiten, ab 250 Euro für Shops | Updates über eine Staging-Umgebung, tägliche Backups, Monitoring und Reporting |
Die Preise habe ich am 10. Oktober 2026 abgerufen, sie können sich seitdem geändert haben. Zur Einordnung: Die Pakete sind unterschiedlich zugeschnitten und lassen sich nur eingeschränkt direkt vergleichen. Ein niedriger Preis sagt nichts über die Qualität der Arbeit, er steht für einen anderen Leistungsumfang. Welcher Umfang zu deiner Website passt, hängt davon ab, was ein Ausfall bei dir kostet.
Was meine Wartung kostet und was darin enthalten ist, steht auf der Leistungsseite zur WordPress-Entwicklung und Wartung.
Was in günstigen Paketen steckt
Ein Paket für unter 20 Euro im Monat ist kein unseriöses Angebot. Updates einspielen, Backups ziehen und die Erreichbarkeit überwachen lässt sich heute weitgehend mit Software erledigen, und ein Anbieter kann das für sehr viele Websites gleichzeitig tun. Für diese Aufgaben ist der Preis realistisch.
Was in einem solchen Preis kaum Platz hat, ist die Arbeitszeit eines Menschen, der sich deine Website ansieht. Die brauchst du aber, wenn nach einem Update das Kontaktformular keine Anfragen mehr verschickt.
Was den Preis eines WordPress Wartungsvertrags treibt
Nach meiner Erfahrung steckt der Unterschied zwischen einem Basispaket und einer Betreuung für 150 Euro vor allem in vier Leistungen, die alle Arbeitszeit kosten. In meiner Wartung gehören sie fest dazu:
- Updates erst auf einer Testkopie. Jedes Update wird auf einer Staging-Umgebung eingespielt, also einer Kopie der Website, die niemand außer mir sieht. Erst wenn dort Formulare, Shop und Tracking funktionieren, geht das Update live.
- Sicherheitsupdates sofort. Laut dem Sicherheitsbericht von Patchstack, einem Anbieter von WordPress-Sicherheitslösungen, wurde rund die Hälfte der Lücken mit hoher Auswirkung innerhalb von 24 Stunden ausgenutzt. Ein Paket mit festem monatlichem Update-Termin lässt eine bekannte Lücke im ungünstigen Fall rund vier Wochen offen.
- Wiederherstellung testen. Ein Backup ist erst etwas wert, wenn feststeht, dass es sich zurückspielen lässt. Das lässt sich nur prüfen, indem man es tut.
- Kleine Anpassungen inklusive. Ein neuer Ansprechpartner auf der Kontaktseite oder ein geänderter Öffnungszeitentext gehören zum Alltag einer Website. Sind sie nicht im Vertrag enthalten, wird jede Kleinigkeit zur Einzelrechnung.
Dazu kommt die Reaktionszeit im Notfall. Je kürzer sie zugesagt wird, desto mehr Bereitschaft muss der Anbieter vorhalten, und das schlägt sich im Preis nieder.

Die Gegenrechnung: Wartung gegen Ausfall
Ob ein WordPress Wartungsvertrag teuer ist, zeigt erst der Vergleich mit einem Ausfall. Die Frage dazu lautet: Wie viele Stunden kann sich dein Unternehmen leisten, ohne funktionierende Website zu sein?
Ein frei gewähltes Rechenbeispiel: Angenommen, deine Website bringt im Schnitt fünf Anfragen pro Woche, jede zehnte wird ein Auftrag, und ein Auftrag bringt dir 3.000 Euro Deckungsbeitrag. Dann kostet eine Woche ohne funktionierendes Formular rechnerisch 1.500 Euro. Setz für deine Rechnung deine eigenen Zahlen ein.

Dazu kommen die direkten Kosten. Wird eine Website gehackt, muss sie bereinigt werden. Spezialisierte Anbieter nennen dafür Festpreise ab rund 500 Euro, abhängig vom Umfang des Befalls (Stand Oktober 2026). Nicht eingerechnet sind dabei die Anfragen, die in dieser Zeit ausbleiben, und mögliche Warnungen von Google Safe Browsing, die Besuchern im Browser angezeigt werden.
Bringt deine Website kaum Anfragen, fällt diese Rechnung klein aus. Dann ist ein günstiges Paket oder gar kein Vertrag eine vertretbare Entscheidung. Hängt dein Vertrieb an der Website, lohnt sich ein Vertrag, der im Schadensfall schnell greift.
Was rechtlich teuer werden kann
Neben dem Ausfall gibt es eine zweite Kostenart, die in keinem Wartungsangebot steht: Abmahnungen, Schadensersatz und Bußgelder. Drei Beispiele zeigen, wo eine nicht gepflegte Website rechtlich angreifbar wird. Auch hier gilt: Ich bin kein Anwalt, die Fälle sind eine Einordnung aus der Praxis.
Veraltete Rechtstexte. Die EU hat ihre Plattform zur Online-Streitbeilegung zum 20. Juli 2025 abgeschaltet, Grundlage ist die Verordnung (EU) 2024/3228. Betroffen sind Unternehmen, die online Verträge mit Verbrauchern schließen. Laut der IHK Schwaben ist seitdem jeder Hinweis auf die Plattform zu entfernen, weil ein fortbestehender Verweis als irreführend gewertet werden kann. Wer das versäumt, riskiert eine Abmahnung. Auch die Datenschutzerklärung ist angreifbar: Der Bundesgerichtshof hat am 27. März 2025 entschieden, dass Verbraucherschutzverbände Verstöße gegen die Informationspflichten der DSGVO wettbewerbsrechtlich verfolgen dürfen (Az. I ZR 186/17).
Eingebundene Dienste. Das Landgericht München I hat am 20. Januar 2022 einem Websitebesucher 100 Euro Schadensersatz zugesprochen, weil eine Website Google Fonts ohne Einwilligung von Googles Servern lud und dabei seine IP-Adresse übertrug (Az. 3 O 17493/20, Zusammenfassung der Kanzlei Plutte). Danach folgte eine Welle von Abmahnungen. Ein Teil davon war selbst fragwürdig: Laut Legal Tribune Online ermittelte die Berliner Staatsanwaltschaft Ende 2022 in mindestens 2.418 Fällen wegen Abmahnbetrugs und Erpressung gegen einen Anwalt und seinen Mandanten, die jeweils 170 Euro gefordert hatten. Auch eine unberechtigte Abmahnung kostet aber Zeit und im Zweifel einen Anwalt. Welche externen Dienste eine Website lädt, gehört deshalb zu jeder Prüfung nach einem Update.
Veraltete Software, Hackerangriffe und Meldepflicht
Die Landesbeauftragte für den Datenschutz Niedersachsen hat laut ihrem Tätigkeitsbericht 2020 ein Bußgeld von 65.500 Euro gegen einen Onlineshop verhängt. Die Shopsoftware war seit spätestens 2014 veraltet und bekam keine Sicherheitsupdates mehr, Passwörter waren mit dem unsicheren MD5-Verfahren gespeichert (Zusammenfassung der Kanzlei Dr. Bahr). Die Behörde sah darin einen Verstoß gegen Art. 32 DSGVO, der angemessene technische Schutzmaßnahmen verlangt.
Werden bei einem Angriff personenbezogene Daten erbeutet, muss der Betreiber das nach Art. 33 DSGVO in der Regel binnen 72 Stunden der Datenschutzbehörde melden. Betroffene können Schadensersatz verlangen. Der Europäische Gerichtshof hat am 14. Dezember 2023 entschieden, dass schon die Befürchtung, die Daten könnten missbraucht werden, ein immaterieller Schaden sein kann (Rechtssache C-340/21). Das Urteil enthält aber auch einen Punkt zugunsten der Betreiber: Ein Hackerangriff allein beweist nicht, dass die Schutzmaßnahmen unzureichend waren. Der Betreiber muss allerdings nachweisen, dass sie angemessen waren (Zusammenfassung der Kanzlei Gleiss Lutz). Aus meiner Sicht ist ein Wartungsprotokoll, das jedes Update mit Datum festhält, für diesen Nachweis eine brauchbare Grundlage.
Diese Risiken hängen nicht davon ab, wie viele Anfragen deine Website bringt. Sie betreffen auch die kleine Visitenkarten-Seite.
Was in einem WordPress Wartungsvertrag stehen muss
Ein guter WordPress Wartungsvertrag beantwortet acht Fragen schriftlich. Fehlt eine davon, klärt ihr sie im Ernstfall unter Zeitdruck. Ich bin kein Anwalt: Die folgenden Punkte sind eine Prüfliste aus der Praxis, keine Rechtsberatung.

1. Update-Takt und Testumgebung
Wie oft werden Updates eingespielt, und werden sie vorher getestet? Steht dort „monatlich“, weißt du, wie lange eine Lücke im schlechtesten Fall offen bleibt. Steht dort nichts zum Test, gehen Updates direkt auf die Live-Seite.
2. Backups: Speicherort, Häufigkeit, Wiederherstellungstest
Wie oft wird gesichert, wo liegen die Backups, und wie lange werden sie aufbewahrt? Ein Backup auf demselben Server wie die Website fällt beim selben Ausfall mit aus. Frag außerdem, ob und wie oft die Wiederherstellung getestet wird.
3. Reaktionszeit und Behebungszeit
Das sind zwei verschiedene Zusagen. Die Reaktionszeit sagt, wann sich jemand meldet. Die Behebungszeit sagt, wann das Problem gelöst ist. Das Muster für einen Software-Pflegevertrag der hessischen IHKs sieht für beides eigene Fristen vor. Achte außerdem darauf, ob die Zeiten nur zu Geschäftszeiten oder rund um die Uhr gelten. Gilt die Zusage nur zu Geschäftszeiten, meldet sich nach einem Ausfall am Freitagabend unter Umständen erst am Montag jemand.
Bei mir werden Reaktionszeiten individuell vereinbart, weil ein Onlineshop andere Anforderungen hat als eine Handwerkerseite. In den Vertrag gehören sie trotzdem schriftlich.
4. Haftung bei Datenverlust
Prüfe, wer haftet, wenn Daten verloren gehen. Das IHK-Muster begrenzt die Haftung des Anbieters für Datenverlust auf den Fall, dass der Kunde selbst regelmäßig Datensicherungen durchgeführt hat. Übernimmt dein Wartungsanbieter die Backups, sollte der Vertrag das ausdrücklich sagen. Sonst kann eine solche Klausel ins Leere laufen.
5. Lizenzen und laufende Kosten
Welche Theme- und Plugin-Lizenzen braucht deine Website, wer bezahlt sie, und auf wen laufen sie? Der Fall oben zeigt, was passiert, wenn diese Frage offen bleibt. Ideal ist, dass die Lizenzen auf dein Unternehmen laufen oder bei Vertragsende an dich übergehen.
6. Auftragsverarbeitungsvertrag
Wer deine Website wartet, kann oft auf gespeicherte Formular-Einträge, Kundenkonten oder Bestellungen zugreifen. Die Datenschutzkonferenz von Bund und Ländern stuft Wartung, bei der ein Zugriff auf personenbezogene Daten möglich ist, in ihrem Kurzpapier Nr. 13 als Auftragsverarbeitung ein. Dann ist ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO nötig. Ich schließe ihn mit jedem Wartungskunden ab.
7. Zugänge, Kündigung und Übergabe
Wie lange läuft der Vertrag, wie kurzfristig ist er kündbar, und was bekommst du bei Vertragsende? Zur Übergabe gehören die Administrator-Zugänge, die Zugänge zu Hosting und Domain, die Lizenzen und ein aktuelles Backup. Steht das im Vertrag, bleibt dein Wechsel zu einem anderen Anbieter eine Formalie.
8. Anpassungen und Rechtstexte
Was ist im Preis enthalten, wenn sich auf der Seite etwas ändern soll? Manche Pakete enthalten ein Zeitkontingent, andere rechnen jede Änderung einzeln ab. Frag auch nach den Rechtstexten. Impressum und Datenschutzerklärung müssen aktuell bleiben, sonst droht eine Abmahnung. Beispiele dafür stehen oben im Abschnitt zur Gegenrechnung. Ich bekomme Aktualisierungen der Rechtstexte direkt und spiele sie bei allen Kunden ein. Meine Kunden bekommen davon meist gar nichts mit.
Wann eine Website ohne WordPress Wartungsvertrag auskommt
Eine Website ohne Wartungsvertrag kann gut funktionieren, wenn drei Bedingungen erfüllt sind: Der Großteil hält sich selbst auf dem aktuellen Stand, jemand im Unternehmen weiß nach einer guten Einarbeitung, worauf er achten muss, und die Seite enthält wenig Technik, die gepflegt werden muss. Eine Seite ohne Tracking und ohne eingebundene Fremddienste braucht zum Beispiel in der Regel auch kein Consent-Tool. Websites, die ich einmalig erstelle, baue ich deshalb nur unter diesen Bedingungen. Wie die Pflege dann im Alltag aussieht, steht im Artikel zur WordPress Wartung mit monatlicher Routine.
Reichen automatische Updates?
Das stärkste Argument gegen einen Wartungsvertrag liefert WordPress selbst. Kleinere Core-Updates mit Sicherheitskorrekturen spielt WordPress laut der offiziellen Dokumentation standardmäßig automatisch ein. Seit Version 5.5 lassen sich auch Plugins und Themes automatisch aktualisieren, standardmäßig zweimal am Tag, sobald man die Funktion für das einzelne Plugin oder Theme einschaltet. Damit schließt sich eine bekannte Lücke schneller als in jedem Paket mit monatlichem Update-Termin.
Meine Position: Die automatischen Core-Sicherheitsupdates sollten immer aktiv bleiben. Plugins und Themes aktualisiere ich nie ungetestet. Ein automatisches Update prüft nicht, ob danach das Kontaktformular noch sendet oder der Warenkorb noch rechnet. Auf einer Visitenkarten-Website ist das ein überschaubares Risiko. Auf einer Website, die Anfragen oder Umsatz bringt, ist es mir zu groß.
Ein anderes Modell: Erstellung und Wartung in einem Vertrag
Ich biete WordPress-Websites in der Regel nicht als Einmalprojekt an. Stattdessen schließen wir einen Vertrag über mindestens zwölf Monate mit einem gleichbleibenden Monatspreis, der sich danach monatlich verlängert. In diesem Preis stecken die Erstellung der Website, verteilt auf die Laufzeit, die laufende Wartung und das Hosting.
Gerade kleinere Unternehmen haben oft nicht das Kapital, mehrere tausend Euro auf einmal in eine Website zu stecken, und im Tagesgeschäft keine Zeit, sich danach um die Technik zu kümmern. Mit diesem Modell bezahlst du die neue Website aus dem laufenden Cashflow und musst dich mindestens zwölf Monate nicht mit Updates beschäftigen. Ich habe in dieser Zeit Raum, die Website technisch sauber aufzustellen, erste SEO-Optimierungen umzusetzen und sie an das anzupassen, was ich über dein Geschäft lerne.
Das Modell hat auch Nachteile. Du bindest dich für zwölf Monate an einen Anbieter, und wenn die Zusammenarbeit nicht passt, läuft der Vertrag trotzdem bis zum Ende der Mindestlaufzeit. Wer die Website lieber einmal bezahlt und die Pflege selbst übernimmt, ist mit einem klassischen Projekt besser bedient. Die Konditionen stehen auf der Leistungsseite zur WordPress-Entwicklung.
Was du selbst prüfen kannst
Leg deinen Wartungsvertrag oder ein Angebot neben diese fünf Fragen:
- Steht dort, wie oft Updates eingespielt werden und ob sie vorher getestet werden?
- Steht dort, wo die Backups liegen und wann die Wiederherstellung zuletzt getestet wurde?
- Sind Reaktionszeit und Behebungszeit getrennt zugesagt, und weißt du, ob sie nur zu Geschäftszeiten oder rund um die Uhr gelten?
- Weißt du, welche Lizenzen deine Website nutzt und auf wen sie laufen?
- Gibt es einen Auftragsverarbeitungsvertrag, und ist geregelt, was du bei einer Kündigung bekommst?
Kannst du drei oder mehr dieser Fragen nicht beantworten, lohnt ein Gespräch mit deinem Anbieter, bevor der Ernstfall eintritt.
Häufige Fragen zum WordPress Wartungsvertrag
Am Markt reichen die Preise von unter 20 Euro bis 250 Euro und mehr im Monat. Günstige Pakete decken automatisierte Updates, Backups und Monitoring ab. Höhere Preise bezahlen vor allem Arbeitszeit: Updates auf einer Testumgebung, schnelle Reaktion bei Sicherheitslücken, Wiederherstellungstests und kleine Anpassungen. Für Onlineshops liegen die Preise meist höher als für Unternehmensseiten.
Das ist rechtlich nicht eindeutig. Das Muster der hessischen IHKs beschreibt den Pflegevertrag als gemischten Vertrag mit dienst- und werkvertraglichen Elementen, dessen Einordnung umstritten ist. Für dich wichtiger als die Einordnung ist, was der Vertrag konkret zusagt. Bei Zweifeln hilft ein Anwalt für IT-Recht.
In der Regel ja. Die Datenschutzkonferenz stuft Wartung, bei der ein Zugriff auf personenbezogene Daten möglich ist, als Auftragsverarbeitung ein. Das trifft auf viele WordPress-Websites mit gespeicherten Formular-Einträgen, Kundenkonten oder Shop zu. Dann braucht es einen Vertrag nach Art. 28 DSGVO.
Das hängt davon ab, auf wen die Lizenzen laufen. Laufen sie auf den Wartungsanbieter, enden sie möglicherweise mit dem Vertrag, und dein Theme oder deine Plugins bekommen keine Updates mehr. Kläre deshalb vor Vertragsabschluss, dass die Lizenzen auf dein Unternehmen laufen oder bei Vertragsende übergeben werden.
Das hängt vom Anbieter ab. Manche verlangen eine Mindestlaufzeit von sechs oder zwölf Monaten, andere sind monatlich kündbar. Ist die Erstellung der Website in den Monatspreis eingerechnet, ist eine Mindestlaufzeit nachvollziehbar, weil sich die Erstellung erst über die Laufzeit bezahlt.
Fazit
Ein WordPress Wartungsvertrag ist so viel wert wie die Regeln, die im Schadensfall greifen. Der Monatspreis allein zeigt das nicht. Ein günstiges Basispaket kann für eine kleine Visitenkarten-Website genügen, wenn du Rechtstexte und eingebundene Dienste selbst im Blick behältst. Für eine Website, die Anfragen oder Umsatz bringt, ist die Frage wichtiger, was ein Tag Ausfall kostet und wer dann wie schnell handelt.
Die Reihenfolge ist unspektakulär: erst ausrechnen, was ein Ausfall kostet, dann den Vertrag gegen die acht Punkte oben prüfen, zuletzt die Preise vergleichen. Wenn du unsicher bist, ob dein Wartungsvertrag zu deiner Website passt, oder ob du überhaupt einen brauchst: Im Erstgespräch schauen wir gemeinsam an, welcher nächste Schritt sich bei dir rechnet.


