Du willst ein Microsoft Ads Konto erstellen und Bing-Werbung als zweiten Suchkanal testen? Gute Entscheidung – wenn die Voraussetzungen stimmen. Das Setup selbst ist in einer Stunde erledigt. Entscheidend ist allerdings, was du dabei richtig oder falsch machst. Denn die meisten Fehler passieren nicht im laufenden Betrieb, sondern direkt am Anfang.
Dieser Artikel führt dich Schritt für Schritt durch das Setup – inklusive Google-Ads-Import, Conversion Tracking und den Kosten, mit denen du rechnen solltest.
Zusammenfassung
- Das Microsoft Ads Konto erstellen ist schnell, aber Fehlentscheidungen zu Beginn können teuer werden.
- Vor der Erstellung solltest du profitable Google-Ads-Kampagnen, ein Budget für Tests und aktives Management bereitstellen.
- Der Google-Ads-Import spart Zeit, aber automatischer Sync kann zu Problemen führen – schalte ihn besser ab.
- Conversion Tracking mit dem UET-Tag ist essenziell, um die Effizienz deines Kontos zu messen.
- Ohne Anpassungen wie Gebotsänderungen und Überprüfung der Suchbegriffe läufst du Gefahr, dein Budget zu verbrennen.
Bevor du dein Microsoft Ads Konto erstellst: Die Voraussetzungen
Zuerst die ehrliche Frage: Lohnt sich der Kanal für dich überhaupt? Microsoft Ads funktioniert als Ergänzung zu Google Ads, nicht als Ersatz. Wenn deine Google-Kampagnen noch nicht profitabel laufen, löst eine zweite Plattform das Problem nicht. Wann Bing-Werbung wirtschaftlich Sinn ergibt, habe ich im Artikel Microsoft Ads im B2B ausführlich beschrieben.
Kurz zusammengefasst brauchst du drei Dinge:
- Profitable Google-Ads-Kampagnen als Vorlage und Vergleichsbasis
- Budget für einen sauberen Test – dünn verteiltes Budget schwächt beide Kanäle
- Kapazität für aktives Management – auch Bing-Kampagnen laufen nicht auf Autopilot
Microsoft Ads Konto erstellen: Schritt für Schritt
Schritt 1: Konto anlegen
Das eigentliche Anlegen ist der einfachste Teil. Du gehst auf ads.microsoft.com und meldest dich mit einem Microsoft-Konto an. Falls du noch keines hast, erstellst du es im selben Prozess. Danach fragt Microsoft nach Unternehmensdaten, Zeitzone und Währung.
Ein wichtiger Hinweis an dieser Stelle: Lege das Konto mit einer geschäftlichen E-Mail-Adresse an, auf die dauerhaft Zugriff besteht. Konten, die am privaten Microsoft-Login eines Mitarbeiters hängen, werden später regelmäßig zum Problem.
Schritt 2: Zahlungsmethode und Abrechnungsmodell wählen
Microsoft bietet zwei Abrechnungsmodelle: Nachzahlung (Abbuchung nach Verbrauch) und Vorauszahlung (Guthaben aufladen). Für die meisten Unternehmen ist die Nachzahlung per Kreditkarte oder Lastschrift der praktikable Standard. Eine Einrichtungsgebühr gibt es übrigens nicht – du zahlst ausschließlich pro Klick.
Schritt 3: Kampagnen aus Google Ads importieren
Jetzt kommt der größte Zeitsparer: der Google-Ads-Import. Microsoft Ads bietet unter „Importieren“ eine direkte Verbindung zu deinem Google-Ads-Konto an. Kampagnenstruktur, Keywords, Anzeigentexte und Ausschlusslisten werden in wenigen Minuten übertragen.
Aber Achtung – hier steckt die größte Falle im ganzen Setup: Microsoft bietet an, den Import zu automatisieren und regelmäßig zu synchronisieren. Klingt komfortabel, führt aber dazu, dass jede Änderung in Google Ads ungeprüft übernommen wird – inklusive neuer Kampagnen und Budgets. Meine klare Empfehlung: Import einmalig als Startpunkt nutzen, automatischen Sync abschalten und das Konto eigenständig führen.
Schritt 4: UET-Tag einbauen und Conversions anlegen
Ohne Conversion Tracking fliegst du blind. Microsoft nutzt dafür den UET-Tag (Universal Event Tracking) – das Gegenstück zum Google-Tag. Den Code-Schnipsel erstellst du im Konto unter „Conversion Tracking“ und baust ihn auf deiner Website ein, am saubersten über den Google Tag Manager.
Anschließend legst du Conversion-Ziele an: Formular-Absendungen, Anrufe oder Käufe. Wichtig dabei: Der UET-Tag muss in dein Consent Management eingebunden werden, genau wie alle anderen Marketing-Tags. Wie ein sauberes Tracking-Setup insgesamt aussieht, zeige ich auf meiner Seite zu Tracking & Analytics.
Schritt 5: Gebote, Standorte und LinkedIn-Targeting anpassen
Der Import übernimmt deine Google-Einstellungen – aber Bing ist nicht Google. Deshalb gehören drei Anpassungen vor den Start:
- Gebote senken: Die Klickpreise liegen auf Microsoft Ads oft 30 bis 50 Prozent unter Google-Niveau. Importierte Gebote sind deshalb meist zu hoch.
- Standorte und Sprache prüfen: Importeinstellungen stimmen nicht immer mit deinem Zielmarkt überein.
- LinkedIn-Targeting aktivieren: Gebotsanpassungen nach Branche, Jobfunktion und Unternehmensgröße bekommst du nicht aus dem Import – das stellst du manuell ein. Gerade im B2B ist das der größte Hebel der Plattform.
Was kostet ein Microsoft Ads Konto?
Das Konto selbst kostet nichts. Es gibt weder Einrichtungsgebühr noch monatliche Grundgebühr noch ein offizielles Mindestbudget. Du zahlst pro Klick – und genau hier liegt der wirtschaftliche Reiz: Weil weniger Werbetreibende auf Bing bieten, sind die Klickpreise in vielen Branchen deutlich niedriger als bei Google.
Für einen aussagekräftigen Test empfehle ich trotzdem ein klar definiertes Monatsbudget über mindestens drei Monate. Erst dann liegen genug Daten vor, um den Kanal seriös zu bewerten. Ein Wochenende Bing-Werbung beweist gar nichts.
Drei Fehler, die nach dem Setup Budget verbrennen
Aus der Praxis sind es immer wieder dieselben drei Punkte:
- Automatischer Google-Sync bleibt an. Wochen später laufen Kampagnen mit, die nie für Bing gedacht waren – unbemerkt und teuer.
- Suchbegriffsberichte werden nicht geprüft. Das Bing-Publikum sucht anders. Was bei Google sauber läuft, zieht auf Bing teils völlig andere Suchanfragen an.
- Kein eigenes Conversion Tracking. Ohne UET-Tag fehlt jede Optimierungsgrundlage – das Konto läuft, aber niemand weiß, ob es sich rechnet.
Fazit: Schnell eingerichtet, aber kein Selbstläufer
Ein Microsoft Ads Konto erstellen kannst du an einem Vormittag: Konto anlegen, Zahlungsdaten hinterlegen, Google-Kampagnen importieren, UET-Tag einbauen, Gebote und Targeting anpassen. Der Import macht den Einstieg angenehm schnell – die Wirtschaftlichkeit entsteht allerdings erst durch die Anpassungen danach und die laufende Betreuung.
Wenn du den Kanal lieber mit Begleitung aufsetzen willst oder eine ehrliche Einschätzung brauchst, ob sich der Aufwand für dich lohnt: Auf meiner Seite zur Microsoft Ads Betreuung findest du mein Vorgehen – inklusive kostenlosem Erstgespräch.